
Die Fachjury von anthos hat auch dieses Jahr zwei unserer Projekte unter die 15 aus ihrer Sicht relevantesten der aktuellen Schweizer Landschaftsarchitektur gewählt – und sie in der aktuellen Ausgabe des Jahrbuchs für Landschaftsarchitektur porträtiert: die Siedlung Hardturm der Zürcher Baugenossenschaft Kraftwerk1 und den Stadtteilpark Holligen in Bern.
Was die Jury an der freiräumlichen Nachrüstung der Zürcher Genossenschaftssiedlung schätzte, waren vor allem der Re-Use-Ansatz und die sozio-ökologische Aufwertung mit einfachen Mitteln. Hohe Anforderungen und ein kleines Budget führten uns auf dem Dach wie auf dem Boden zu einer baulich pragmatischen, dafür gestalterisch und in der Pflanzplanung umso liebevolleren Aufwertung, die den Raum in allen drei Dimensionen aktivierte. 25 Jahre nach dem Bezug der Siedlung stapelten wir auf dem bislang grauen Dach die Bodenplatten zu Beetbegrenzungen, in denen sich seither eine wachsende grüne Vielfalt tummelt. Auch die menschliche Bewohnerschaft fühlt sich sichtlich wohl in ihrem luftigen Garten. Auf der Bodenebene wurde aus einer von Abstandsgrün begleiteten Eingangszone ein Aufenthalts- und Ankunftsort mit verschiedenen Ebenen und Mut zum kuratierten Wildwuchs.
Am Berner Stadtteilpark Holligen lobte die Jury neben dem partizipativen Ansatz des lernenden Parks unser Entwurfsprinzip: den Park als Schnittmenge der Umgebung zu betrachten und die Relikte ganz unterschiedlicher Nutzungsphasen und -elemente zu einer eigenständigen neuen Gestaltung zusammenzufügen – von den Bäumen und ehemaligen Parkachsen des nahen Schlosses Holligen über die topographischen Gegebenheiten infolge des Strassenbaus auf dem instabilen Riedboden bis hin zu den Schnittstellen zur angrenzenden genossenschaftlichen Wohngasse, der Hubergasse.
Vielen Dank also einmal mehr an anthos, das sich dieses Jahr im Thementeil übrigens dem Dorf widmet und die interessante Frage stellt: Was kann die Landschaftsarchitektur auf dem Land?