15/3/2022

Wesemlin Luzern: Die Macht des Baums über den Bau

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Es sollte ein Gewinn für alle werden: das neue Gemeinschaftszentrum, das die Katholische Kirchgemeinde im gewachsenen Luzerner Wesemlin-Quartier plante. Doch die Anwohner wehrten sich gegen die hierfür nötige Fällung der 40 Jahre alten, 14 Meter hohen "Wäsmeli-Eiche". Der Baum drohte das mit viel Gemeinsinn konzipierte Bauvorhaben zu kippen. Offene Kommunikation, eine umsichtige Planung und Realersatz für den beliebten Baum brachten die Lösung: Im Februar 2022 wurde nicht nur das neue Quartierzentrum mit Alterswohnungen, Gemeinschaftszentrum und Einkaufsgelegenheiten eröffnet, sondern auch die neue, 14 Meter hohe Quartiereiche gepflanzt.

Im charmanten alten Quartier mit seiner alteingesessenen Anwohnerschaft wollte die Kirche ihre Rolle neu definieren: Das Grundstück rund um das Pfarrhaus neben dem alten Kloster Wesemlin sollte zum Gemeinschaftszentrum mit Alterswohnungen und belebendem Gewerbe werden. Dank des Kompromisses um die alte Eiche steht das Zentrum nun. Das Konzept, das ORT hierfür seit 2018 zusammen mit dem Büro Konstrukt erarbeitet und nun realisiert hat, basiert auf viel Respekt und – trotz hoher Dichte – Freiraum:

Das Pfadiheim, das hier seit Jahren bestand, blieb erhalten und erhielt eine neue, stimmige Rolle im Gesamtensemble. Wie ein Gartenschopf liegt der Holzbau zwischen dem alten Pfarrhaus und den Neubauten – und wird neu zum Dreh- und Angelpunkt einer umfassenden Fussgängerdurchwegung. Während zum Abendweg ein offener Vorplatz mit Bäumen den Vorbereich der Geschäfte und des Cafés bildet, führen an der Landschaustrasse Vorgärten das quartiertypische Thema weiter. Der Innenhof des Neubaus dient der der Bewohnergemeinschaft. Das gesellige Herz des Ortes ist jedoch der vielfältig nutzbare Freiraum rund um das alte Pfadiheim – ergänzt um einen öffentlichen Garten, für den das alte Pfarrhaus einen Teil seines opulenten Gartens abtrat, während der verbleibende Teil den alten Nimbus des Pfarrhauses aufrecht erhält.

So findet der neue, dichtere Quartierkern in alle Richtungen individuelle Antworten auf die Situation und die Bedürfnisse – und fügt sich in der gewohnten Kleinteiligkeit und dank der umfassenden Durchwegung in aller Selbstverständlichkeit und Offenheit in das gewachsene Quartier.

Bauherrschaft: Katholische Kirchgemeinde Luzern
Architektur: Büro Konstrukt

Chronologie:
Direktauftrag 2016, Fertigstellung 2022
Bauherrschaft:
Katholische Kirchgemeinde Luzern

Zusammenarbeit:
Architektur: Büro Konstrukt

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